Wer Wir sind

Als wir im Januar 2012 in einer Kneipe in Neukölln auf unser 10-jähriges Bestehen anstießen, wollten irgendwann alle eine Rede von mir. Natürlich hatte ich nichts vorbereitet und versuchte zu improvisieren. Aber nach jedem angefangenen Satz wurde ich mit einem „das ist ja wie damals in….“ oder „weißt du noch da und da…“ unterbrochen. Zu viele Geschichten gibt es mittlerweile um den BBH. Zu viele, als dass sie nur ein einzelner erzählen könnte oder dürfte.

Und dennoch werde ich genau das jetzt versuchen. Ich werde versuchen die Geschichte der „Berliner BäHren“ zu erzählen: 

V

ieles ist meinen Kopf im Laufe der Zeit verloren gegangen und einiges ist wohl auch nie wirklich so passiert, wie ich es schildern werde, und ich bitte dies zu verzeihen.

Es war am 18.12.2001. Hertha BSC spielte im Eiskeller Olympiastadion 2:2 gegen das Tabellenschlusslicht St. Pauli. In der damals durch den Umbau noch geteilten Ostkurve stand ich mit einem Klassenkameraden. Wir beiden unterhielten uns während des Spiels und der Heimfahrt und waren uns recht schnell einig, Hertha zukünftig organisierter zu verfolgen.

Die endgültige Motivation das Ganze durchzuziehen kam, als eine Freundin, die auch immer mit ins Stadion ging, aus Berlin wegziehen musste. Um ihr immer eine Bindung in die Heimat zu geben, sollte nun also der Fan Club her. Und damit hatte man auch schon das erste große Problem am Hals:
Wie zum Geier nennen wir uns?

Da die besagte Freundin ja der ausschlaggebende Faktor für die Gründung war, durfte sie entscheiden. Allerdings gefiel keinem der Gedanke künftig als blau-weiße Streifenhörnchen durch die Gegend zu laufen. Deswegen einigten wir uns auf das einzige Tier, das zu Berlin passt: der Berliner Bär. Um dem Ganzen dann noch einen Hauch von „Rebell“ und „böse“ einzuhauchen, setzten wir, nach Vorbild der BöHsen Onkelz, das „H“ ins „Bären“. Die „Berliner BäHren“, der BBH, war geboren.

Die Gründungsformalitäten waren schnell erledigt und am 17.1.2002 waren wir als offizieller Hertha BSC-Fanclub registriert. Was darauf folgte war eine langsame und oft nicht zufrieden stellende Entwicklung. Die Mitgliederzahlen gingen hoch und runter und wir wussten nicht so recht, was wir von der Gruppe erwarten sollten.

Im achten Jahr kam es dann zum Bruch in der Gruppe. Einige Leute erwarteten einfach mehr. Und viele hatten uns schon in Richtung aktiver Gruppen verlassen. Zwar immer in Freundschaft, dennoch fehlten sie nun. Diejenigen, die geblieben waren, wussten nicht so recht wie es weitergehen sollte und verfielen immer mehr in Streitereien.

Schließlich teilte sich ein kleiner Teil ab und gründete eine eigene Gruppe. Ich denke, ich pisse niemandem ans Bein, wenn ich sage, dass es sich um die heutige HBSC Crew 08 handelt und wir heute wieder ein mehr als gutes Verhältnis zueinander haben.

Die letzten zwei Jahre waren dann wieder mit Höhen und Tiefen behaftet. Gerade der Abstieg unserer Hertha traf uns sehr hart. Zwar standen wir geschlossener als je zuvor für unsere Gruppe und unseren Verein ein, aber so mancher stieß bei diesen Anstoßzeiten in der zweiten Liga an seine Grenzen.

 Momentan mischt sich das Fan-Dasein bei uns ganz gut durch. Ein Teil des BBH fährt so gut wie zu jedem Spiel, ein paar fahren gelegentlich und wenige fast nie. Das funktioniert eigentlich ganz gut, denn menschlich stehen wir alle auf einer Wellenlänge und die Fahne der Hertha schlägt bei uns allen anstelle des Herzens.

Das war eine kleine und zugegebenermaßen sehr oberflächliche Geschichte über uns. Aber jeder, der uns näher kennenlernen will, kann dies gerne tun und uns am besten im Stadion ansprechen.

In diesem Sinne:

Ha Ho He

Autor: JÖRN KUTSCHMANN
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